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Ernst-Barlach-Theater Güstrow

Fotos & Bericht: Hans-Christoph Götze


Die erste Show des Jahres 2020 hatte ich sehnsüchtig erwartet, ist doch seit der letzten ein dreiviertel Jahr verstrichen. Da wollte ich endlich wieder dabei sein. Von Zwickau in sechs Stunden mit dem Zug erreichbar, war es auch gut machbar. Im Ernst-Barlach-Theater der Stadt wurde gespielt. Ein schönes Haus mitten in der Altstadt. Ich machte mich rechtzeitig auf den Weg. Nach entspannter und pünktlicher Fahrt hatte ich noch einen kurzen Weg zum Hotel. Einchecken und für den Abend umziehen war schnell erledigt. Anschließend habe ich mich auf den Weg zum Veranstaltungsort gemacht. Der Saal gediegen, mit gemütlichen Polstern. Ein schönes altes Theater. Die Bühne war ausreichend groß und über einen Meter hoch. Trotzdem hatte man aus Reihe 1 einen super Blick. Die Show begann mit dem mittlerweile bekannten Intro „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter Applaus die Gäste. Dann holte er wie gewohnt „seinen“ Schatten auf die Bühne. Einige erläuternde Worte zum Programm, der Pausenhupe und den berühmten „gelben Zetteln“ folgten. Die Herren auf der Bühne waren super gut drauf. Nun begann das Wechselspiel der Worte zwischen QUASTER und Schatten in dem sich die gute Stimmung der beiden weiter präsentierte. Wie üblich wurden die Jugendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Wer wie ich die Show von Anfang an kennt, bemerkt kleine Änderungen der Erzählungen und Bilder. Die erste Gitarre wurde präsentiert und QUASTER intonierte Songs aus dieser Zeit. Hier zeigte sich, dass auch das Publikum gut drauf war. Es wurde sofort unaufgefordert mitgesungen. Es folgte das Geburtstagslied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Die „Gabi“ wurde von ihrem Mann vorgeschlagen, der lauthals auf sie aufmerksam machte. Sie hat die Momente auf der Bühne genossen. Mit einem munteren Misch von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen wurden die Jahre bis 1965 beleuchtet. Da QUASTER in dieser Zeit in Bands unterwegs war, wurde Verstärkung auf die Bühne gerufen. Peter Rasym und Stefan Schirrmacher musizierten nun mit. Nach diesem Medley wurde der weitere Weg bis 1969 besprochen. Als dann das TEISCO-QUARTETT, eine von QUASTERs Bands vor den PUHDYS, angesprochen wurde, kam Güstrow ins Gespräch. Etwa 50 Jahre vor QUASTERs Show war er mit dem TEISCO-QUARTETT im Ort. Sie sollten im damaligen Jugend-Klubhaus spielen. Die Musiker reisten mit dem Zug an, die Technik sollte mit einem Pkw transportiert werden. Dieser hatte aber seinen Dienst verweigert, so dass nur die Musiker in Güstrow ankamen. Die Hausband des Klubhauses, die „Herolds“, unterstützten die Gäste mit Ihrer Technik und standen dann teilweise gemeinsam mit dem TEISCO-QUARTETT auf der Bühne. Die „Herolds“ gibt es heute noch mit Musikern von damals. Zwei von ihnen waren im Saal und wurden nun auf die Bühne gebeten. Sie erzählten kurz noch von den Erlebnissen vor 50 Jahren und stießen noch mit QUASTER an. Danach wurde noch weitere Musik aus der Zeit vor den PUHDYS gespielt und noch einiges erzählt. Diese Plauderei wurde durch die Pausenhupe jäh unterbrochen.

Das Programm ging weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremin musizierenden „Schatten“. Aber etwas war anders. „Schatten“ hatte kein Nachthemd an und keine Nachtmütze auf dem Kopf. Statt dessen trug er ein langes Hemd und eine Bommelmütze. Das Hemd war etwas knapp, das Gelächter im Publikum entsprechend groß. QUASTER kommt dazu und spielt „Sleep walking“ auf der Gitarre. Schatten, der neben der Theremin während der Show aber auch noch die Stompbox (Fuß-Drum), Mundharmonika, Flöte, Maultrommel und Shaker spielt, verlässt als Schlafwandler die Bühne. Er kommt mit einem Stapel Zettel zurück. Auf diese konnten die Gäste in der Pause Fragen notieren, die jetzt beantwortet wurden. Es wurde auch das Rätsel der anderen Kostümierung vom „Schatten“ aufgelöst. Er hatte die Sachen vergessen und man hatte aus der Not heraus in Güstrow schnell noch eine Umstandsbluse erstanden. Anschließend wurden die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberly war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter (als Video-Einspielung) gemeinsam, unterstützt von Stefan, darboten. Dann musizierten Peter, Stefan und QUASTER gemeinsam weitere Stücke der Show. Danach verabschiedeten sich die Künstler. QUASTER und Stefan Schirrmacher blieben für eine Zugabe auf der Bühne. Von Stefan begleitet sang QUASTER „Stolz“. Es kamen noch einmal alle Künstler nach vorn und es gab noch eine weitere Zugabe. Das gab es noch nie! Nun war die Show zu Ende. Im Foyer gab es Autogramme und die Protagonisten standen auch für Fotos zur Verfügung. Nach noch einigen Gesprächen habe ich mich dann verabschiedet und in Richtung Hotel aufgemacht.

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum inzwischen 22. Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders, wie geschildert. Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Und überraschend auftretende Gäste geben dem Ganzen noch etwas Besonderes. Ich freue mich schon auf die nächste Show am 14.03.2020 im Neu-Helgoland!