Unterirdische Welten Dresden


Die dritte Show des Jahres 2019 war für mich fast ein Heimspiel. Von Zwickau in etwa einer Stunde erreichbar, war es ein Muss, dabei zu sein. Zumal ich wieder ein Jubiläum feiern konnte. Meine 20. Show! Anfangs hatte ich die „Unterirdischen Welten“ allerdings etwas falsch eingeordnet. Ich hatte die Veranstaltung in den Kasematten der Brühlschen Terrasse vermutet. Die Adresse auf der Eintrittskarte belehrte mich aber eines Besseren. Also mal das schlaue Internet befragt und sich weitergebildet: Die „Unterirdischen Welten“ sind ehemalige Salzstollen, die von der „Kelterei Lockwitzgrund“ als Lagerkeller genutzt wurden. Hatte ich also wieder einmal etwas gelernt.

Ich machte mich rechtzeitig auf den Weg. Nach gemütlicher Fahrt und einem abendlichen Imbiss erreichte ich den Veranstaltungsort. Vor dem Eingang traf ich auf erste mir bekannte Fans. Mit netten Gesprächen verging die Zeit bis zum Einlass. Die Räumlichkeiten vermittelten etwas von Bergbau. Es war recht niedrig, der Saal nicht sehr groß und eingerichtet mit einem Misch aus Stuhlreihen und Tischen mit Stühlen darum. Die Bühne wirkte etwas improvisiert, da die Raumhöhe für die Videowand nicht ausreichte. Für die Bild- und Video-Einspielungen wurden Beamer und eine neben der Bühne platzierte Leinwand verwendet. In diesem urigen Ambiente ließ es sich aber aushalten, zumal es doch recht mollig warm war. Das kenne in solchen Örtlichkeiten bisher nicht.

Die Show begann mit einer kleinen Verzögerung in dem ausverkauften Saal mit dem mittlerweile bekannten Intro „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter Applaus die Gäste. Dann holte er wie gewohnt „seinen“ Schatten auf die Bühne. Einige erläuternde Worte zum dieses Mal etwas geänderten Programm (wie z. B. zur fehlenden Pausenhupe) und den berühmten gelben Zetteln folgten und schlossen ein Dankeschön an die Veranstalter ein. Nun begann das Wechselspiel der Worte zwischen QUASTER und Schatten. Wie üblich wurden die Jugendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Wer wie ich die Show von Anfang an kennt, bemerkt kleine Änderungen der Erzählungen und Bilder. Die erste Gitarre wurde nur erwähnt und auf der Leinwand gezeigt und QUASTER intonierte Songs aus dieser Zeit auf einer sechs-saitigen Gitarre. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Als „Gabi“ wurde die Mutter des QUASTER-Fanclubleiters auf die Bühne gerufen, die dieses Mal mit dabei war. Sie war gut drauf und hat die Momente auf der Bühne sichtlich genossen. Mit einem munteren Mix von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen wurden die Jahre bis 1965 beleuchtet. Als die Ur-PUHDYS angesprochen worden waren, sollte ein Medley aus der Zeit gespielt werden. Da meinte Schatten, dass damals vier Musiker gespielt hätten, sie aber nur zu zweit wären. Wie es denn mit Verstärkung aussehen würde. Peter Rasym und Stefan Schirrmacher wurden auf die Bühne gerufen und dann musizierten sie gemeinsam. Nach diesem Medley wurde der weitere Weg bis 1969 angesprochen. Der an dieser Stelle in letzter Zeit absolvierte „Schatten-Sprung“ wurde als nicht ausführbar (die Platzverhältnisse gaben es wirklich nicht her) abgesagt. Nachdem sie noch eine Weile geplaudert hatten, stellten Sie fest, dass eigentlich längst hätte die Pausenhupe ertönen müssen und riefen zur Pause.

Das Programm ging weiter ohne den schlafwandlerisch auf einer Theremin musizierenden „Schatten“ und QUASTERs „Sleep Walking“. Schatten kommt mit einem Stapel gelber Zettel zurück. Auf diese konnten die Gäste in der Pause Fragen notieren, die jetzt beantwortet wurden. Anschließend wurden die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberley war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter (als Video-Einspielung) gemeinsam, unterstützt von Stefan, darboten. Dann musizierten Peter, Stefan und QUASTER gemeinsam weitere Stücke der Show. Danach verabschiedeten sich die Künstler. Die Show war nun zu Ende. Im Foyer gab es Autogramme und die Protagonisten standen auch für Fotos zur Verfügung. Nach noch einigen Gesprächen habe ich mich dann verabschiedet und in Richtung Heimat aufgemacht.

 

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum inzwischen 20. Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders. Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Und überraschend auftretende Gäste geben dem Ganzen noch etwas besonderes. Es sollen wohl auch einige Pannen passiert sein, die der unbedarfte Zuschauer aber gar nicht bemerkt. Diese Kleinigkeiten machen es aber eben aus!

 

Fotos von Frank Iffert, Susi Rehschuh, Michael Novy, Hans-Christoph Götze

Bericht von Hans-Christoph Götze