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Wintergarten Berlin


Nachdem ich die letzte Show 2018 nicht besuchen konnte, hatte ich nun gleich Anfang des neuen Jahrs wieder die Gelegenheit. Im „Wintergarten“ hieß es, wird gespielt. Für QUASTER wieder einmal ein Heimspiel. Das „Wintergarten-Varieté“ war ursprünglich eine Varieté-Bühne im Wintergarten eines Hotels in der Nähe des Bahnhofs Berlin-Friedrichstraße. 1992 eröffnete der „dritte“ Wintergarten am heutigen Standort. In den Räumlichkeiten befand sich von 1972 bis 1990 das legendäre „Quartier Latin“!

Ich begab mich rechtzeitig zum Veranstaltungsort. Schon vor dem Eingang traf ich auf erste bekannte Gesichter. Am Eingang wurde ich von einem Portier in entsprechendem Outfit begrüßt, der mir die Tür öffnete. Im Foyer traf ich auf weitere, mir bekannte Fans. Mit netten Gesprächen verging die Zeit bis zum Einlass wie im Flug. Der Eindruck vom Saal war grandios. Pompöse Ausstattung, wie man sie aus Varieté-Filmen kennt. Keine Stuhlreihen, sondern Tische mit gut gepolsterten Stühlen darum. Ich war begeistert! In diesem Ambiente ließ es sich aushalten! Eine ganz besondere Atmosphäre. Bewirtung mit Speis und Trank am Platz, auch während der Show, ohne dass es störte.

Die Show begann pünktlich in dem gut gefüllten Saal mit dem mittlerweile bekannten Intro „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter Applaus die Gäste. Dann holte er wie gewohnt „seinen“ Schatten auf die Bühne. Einige erläuternde Worte zur Pausenhupe, die dabei aufgebaut wurde, und den berühmten gelben Zetteln folgten und schlossen ein Dankeschön an das Haus ein. Nun begann das Wechselspiel der Worte zwischen QUASTER und Schatten. Wie üblich wurden die Jugendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Wer wie ich die Show von Anfang an kennt, bemerkt kleine Änderungen der Erzählungen und Bilder. Die erste Gitarre wurde vorgestellt und QUASTER intonierte Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Nun wurde eine „Gabi“ gesucht. Es meldete sich dann auch jemand, nur Geburtstag hatte sie nicht wirklich. Sie wurde auf die Bühne gerufen, war gut drauf und hat die Momente auf der Bühne sichtlich genossen. Mit einem munteren Mix von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen wurden die Jahre bis 1965 beleuchtet. Als die Ur-PUHDYS angesprochen worden waren, sollte ein Medley aus der Zeit gespielt werden. Da meinte Schatten, dass damals vier Musiker gespielt hätten, sie aber nur zu zweit wären. Wie es denn mit Verstärkung aussehen würde. Peter Rasym und Stefan Schirrmacher wurden auf die Bühne gerufen und dann musizierten sie gemeinsam. Nach diesem Medley sollte noch der weitere Weg bis 1969 angesprochen werden. Doch erst musste QUASTER noch über seinen Schatten springen. Dazu wurde ein Sprungbrett auf die Bühne gebracht, damit QUASTER genügend Schwung bekam. Danach setzten sie das Gespräch fort, das jäh durch die Pausenhupe unterbrochen wurde.

Das Programm ging weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden „Schatten“. QUASTER kommt dazu und spielt „Sleep walking“ auf der Gitarre. Schatten, der neben der Theremien während der Show aber auch noch die Stompbox (Fuß-Drum), Mundharmonika, Flöte, Maultrommel und Shaker spielt, verlässt als Schlafwandler die Bühne. Er kommt mit einem Stapel gelber Zettel zurück. Auf diese konnten die Gäste in der Pause Fragen notieren, die jetzt beantwortet wurden. Anschließend wurden die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberly war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam, unterstützt von Stefan, darboten. Dazu kam Kimmy unter Applaus auf die Bühne. Nach viel Beifall am Ende des Titels gab es ein weiteres Lied von Kimberly, begleitet von Stefan. Unter viel Applaus verließ Kimmy die Bühne wieder. Dann musizierten Peter, Stefan und QUASTER gemeinsam weitere Stücke der Show. Nun gab es noch eine Überraschung. Als Gast im Publikum hatte man ihn schon gesehen, ich hatte auch schon mit ihm gesprochen. Jetzt kam er auf die Bühne: Claudius Dreilich! Er sang noch ein paar Titel mit und, begleitet von Peter und Stefan, auch noch einen eigenen Song. Danach verabschiedeten sich die Künstler. Die Show war nun zu Ende. Der Abend aber noch nicht. Im Foyer gab es Autogramme und die Protagonisten standen auch für Fotos zur Verfügung. Nach noch einigen Gesprächen habe ich mich dann verabschiedet und in Richtung Quartier aufgemacht.

 

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum inzwischen 18. Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders. Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Und überraschend auftretende Gäste geben dem Ganzen noch etwas besonderes. Es sollen wohl auch einige Pannen passiert sein, die der unbedarfte Zuschauer aber gar nicht bemerkt. Diese Kleinigkeiten machen es aber eben aus!

 

Fotos & Bericht von Hans-Christoph Götze