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Neuhelgoland Berlin


Die zweite Show in diesem Jahr war ein erneutes Heimspiel für QUASTER. Das „Restaurant und Hotel Neu-Helgoland“ war als Spielstätte auserkoren. Ich hatte mich vormittags mit dem Zug in Richtung Berlin aufgemacht. Nach problemloser und pünktlicher Fahrt holten mich Freunde in Erkner vom Bahnhof ab. Praktischer Weise übernachteten wir im Haus der Veranstaltung. Als wir dort eintrafen, wurde uns ein Parkplatz zugewiesen. Die Platzverhältnisse waren etwas beengt, so dass zum Einparken gewendet werden musste. Als das Auto in anderer Richtung stand, trauten wir unseren Augen nicht. Da kam ein Ex-PUHDY angelaufen. Gunther Wosylus war da, was für eine Überraschung! Schnell das Fenster runtergekurbelt und „Hallo!“ gesagt. Er schaute etwas verdutzt. Wir: „Hallo Gunther, Gunther Wosylus.“ Er darauf ganz erstaunt: „Ihr kennt mich?“ Na klar, kenne ein PUHDYS-Fan ihn. Er ging ins Hotel. Wir parkten fertig ein. Ich checkte ein, meine Freunde gingen gleich ins Restaurant -dem Veranstaltungsort-, da sie schon einen Tag eher gekommen waren.

Ich bezog mein Zimmer, zog mich für den Abend um und ging ins Restaurant. Dort traf ich auch weitere bekannte Fans und es kamen immer mehr. Der Saal füllte sich zunehmend, über 300 Gäste waren es schließlich. Das Haus hatte alle Register gezogen, um so vielen Gästen einen ansprechenden Platz zu bieten. Unter ihnen auch einige Prominente. Neben schon erwähntem Gunther Wosylus z. B. auch Peter „Eingehängt“ Meyer, Jürgen Karney, Bernd Römer von Karat, Henne von Bell Book & Candle, um nur einige zu nennen. Der Saal war, wie schon im Wintergarten, mit Tischen und Stühlen darum sehr schön eingerichtet. Auch hier gab es Bewirtung am Platz, auch während der Show, mit Speis und Trank, ohne dass es störte. Mit Gesprächen mit Promis und Bekannten verging die Zeit bis zur Show wie im Flug.

Die Show begann fast pünktlich mit dem mittlerweile bekannten Intro „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter Applaus die Gäste. Dann holte er wie gewohnt „seinen“ Schatten auf die Bühne. Einige erläuternde Worte zur Pausenhupe, die dabei aufgebaut wurde, und den berühmten gelben Zetteln (die heute allerdings weiß waren) folgten und schlossen ein Dankeschön an das Haus ein. Nun begann das Wechselspiel der Worte zwischen QUASTER und Schatten. Wie üblich wurden die Jugendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Wer wie ich die Show von Anfang an kennt, bemerkt kleine Änderungen der Erzählungen und Bilder. Die erste Gitarre wurde vorgestellt und QUASTER intonierte Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Nun wurde eine „Gabi“ gesucht. Nein, nicht wirklich gesucht, weil bekannt war, dass unter den mir bekannten Fans ein Geburtstagskind war. Sie wurde auf die Bühne gerufen, war natürlich gut drauf und hat die Momente auf der Bühne sichtlich genossen. Zwei unentwegte Fans brachten ihr nach dem Song noch Blumen auf die Bühne. Mit einem munteren Misch von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen wurden die Jahre bis 1965 beleuchtet. Als die Ur-PUHDYS angesprochen worden waren, sollte ein Medley aus der Zeit gespielt werden. Da meinte Schatten, dass damals vier Musiker gespielt hätten, sie aber nur zu zweit wären. Wie es denn mit Verstärkung aussehen würde. Peter Rasym und Stefan Schirrmacher wurden auf die Bühne gerufen und gemeinsam musiziert. Nach diesem Medley sollte noch der weitere Weg bis 1969 angesprochen werden. Doch erst musste QUASTER noch über seinen Schatten springen. Dazu wurde ein Sprungbrett auf die Bühne gebracht, damit QUASTER genügend Schwung bekam. Dann setzten sie das Gespräch fort. Nach einem weiteren Medley ertönte unüberhörbar die Pausenhupe.

Das Programm ging weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden „Schatten“. QUASTER kommt dazu und spielt „Sleep walking“ auf der Gitarre. Schatten, der neben der Theremien während der Show aber auch noch die Stompbox (Fuß-Drum), Mundharmonika, Flöte, Maultrommel und Shaker spielt, verlässt als Schlafwandler die Bühne. Er kommt mit einem Stapel der „gelben“ Zettel zurück. Auf diese konnten die Gäste in der Pause Fragen notieren, die jetzt beantwortet wurden. Anschließend wurden die Jahre mit den PUHDYS angesprochen und ein besonderer Höhepunkt des Abends stand bevor. QUASTER rief die anwesenden Ex-PUHDYS Peter „Eingehängt“ Meyer und Gunther Wosylus auf die Bühne. Vier ehemalige PUHDYS zusammen auf der Bühne! Darunter drei PUHDYS-Gründungsmitglieder von 1969 und zwei Ur-PUHDYS. Was für ein historischer Moment! Unter großem Jubel der Gäste stießen die vier mit einem Gläschen an.

Weiter ging es mit einem PUHDYS-Medley. Nun wurden die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberly war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam, unterstützt von Stefan, darboten. Da Kimmy leider erkrankt war, konnte sie nicht live dabei sein. Es gab von ihr dieses Mal „nur“ die bekannte Video-Einspielung. Dann musizierten Peter, Stefan und QUASTER gemeinsam weitere Stücke der Show. Danach verabschiedeten sich die Künstler. QUASTER gab aber, begleitet von Stefan, noch eine Zugabe. „Stolz“ interpretierte er auch im Gedenken an seinen verstorbenen Sohn Carsten „Beathoven“ Mohren.

Die Show war nun zu Ende. Der Abend aber noch lange nicht. Es gab Autogramme und die Protagonisten und prominenten Gäste standen auch für Fotos zur Verfügung. Es war weit nach Mitternacht, als die Letzten die Lokalität verließen. Es gab noch viele interessante Gespräche mit Promis und Fans.

 

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum inzwischen 19. Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders. Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Und überraschend auftretende Gäste geben dem Ganzen noch etwas Besonderes. Es sollen wohl auch einige Pannen passiert sein, die der unbedarfte Zuschauer aber gar nicht bemerkt. Diese Kleinigkeiten machen es aber eben aus!

 

Fotos & Bericht von Hans-Christoph Götze