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Freiheit 15 Berlin

QUASTERs Show hat es mir ja irgendwie angetan. Jede Show hat neben den Besonderheiten, die die Spielstätten zu bieten haben, etwas Besonderes. Keine Show ist gleich, die Zwiegespräche auf der Bühne und die Reaktionen des Publikums sind immer unterschiedlich. Es macht immer wieder Spaß sich das anzusehen. Seit Mitte November war Ruhe, jetzt ging es endlich weiter. Und das mit „QUASTER live 2.0“, wie man es Neudeutsch nennen würde. Die Bühne erstrahlt in neuem Glanz. Ein fantastisches Kunstwerk mit vielen interessanten Details. Geschaffen von Arno Funke, besser bekannt als Kaufhauserpresser Dagobert, wird ein altes Stück Berlin gezeigt.

Bericht: Hans-Christoph Götze

Fotos: Netti Mechel & Hans-Christoph Götze


Die Mampe-Stube, eine alte und bekannte Lokalität in Berlin, deren Traditionen seit einiger Zeit durch den Kölner Thomas Inden-Lohmar (Tom von Mampe) wiederbelebt und fortgeführt wird.

Die erste Show in diesem Jahr war für QUASTER wieder einmal ein Heimspiel. Ich wollte und konnte dies unbedingt erleben. Die Karte und Übernachtung gleich neben dem Veranstaltungsort hatte ich mir gleich nach bekannt werden des Termins im letzten Jahr gesichert. Nun war es endlich soweit. Nach Berlin bin ich mit dem Zug gefahren. Es war alles pünktlich. Nach dem Einchecken im Hotel bin ich gleich zum Veranstaltungsort „Freiheit 15“ (passend zu meinem 15. Showbesuch) gegangen. Es war ja freie Platzwahl und da sichert bekannter Weise zeitiges Kommen gute Plätze. Ich hatte großes Glück. Peter Rasym kam auch gerade mit seinen Begleitern und nahm mich mit durch den Bühneneingang hinein. So konnte ich QUASTER‘s Crew schon im Vorfeld begrüßen und habe dann beim Aufbau des Merchandise-Stands mit geholfen. Ich konnte mir dadurch aber auch einen guten Platz in der ersten Reihe sichern. In Gesprächen, auch mit dem netten Personal der tollen Location, verging die Wartezeit bis zum Einlass recht schnell. Ich begab mich vorsichtshalber zu meinem Platz, um ihn zu sichern und konnte mit etwas Geschick auch noch weitere Freunde, von deren kommen ich wusste, neben mir platzieren. Reservieren mit Jacken, Zetteln oder ähnlichem war untersagt.

Nun war Zeit bis zum Beginn der Show. Ich nutzte diese, um mich mit Getränken zu versorgen und zu beobachten, wie sich der imposante Saal füllte. Und da war durchaus Prominenz zu sehen! Jürgen Karney, Arno Funke, Tom von Mampe und auch Peter Schimmelpfennig waren da. QUASTER’s Frau Liane und Tochter Kimberly natürlich auch. Man spekulierte auch auf die Bundeskanzlerin. Sie, wie auch die Medien erschienen nicht. Die Sondierungsgespräche zur GroKo, die an diesem Abend beendet werden sollten, waren der Grund.

Die Show begann pünktlich in dem mit ca. 220 Gästen ausverkauften Saal mit der mittlerweile bekannte Intro „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter Applaus die Gäste. Man spürte, dass der Abend anders verlaufen würde, als gewohnt. Man spürte die Anspannung und Aufregung von QUASTER bei der Präsentation des neuen Bühnenbilds vor den vielen, zum Teil prominenten Gästen. Nun holte seinen „Schatten“ auf die Bühne. Die Pausenhupe wurde aufgebaut und erläutert. Und das Wechselspiel der Worte zwischen QUASTER und Schatten begann. Es wurden die Jugendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Die erste wurde Gitarre vorgestellt. Und dann intonierte QUASTER Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Nun wurde eine „Gabi“ gesucht. Ein Geburtstagskind war nicht anwesend, auch keine „echte Gabi“. So fiel die Wahl auf eine andere Dame in der ersten Reihe. Sie wurde auf die Bühne gerufen, war gut drauf und hat die Momente auf der Bühne sichtlich genossen. Mit einem munteren Misch von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen sollten die Jahre bis 1969 beleuchtet werden. Dies wurde aber jäh durch Pausenhupe unterbrochen.

Das Programm ging weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden „Schatten“. QUASTER kommt dazu und spielt „Sleep walking“ auf der Gitarre. Schatten, der neben der Theremien während der Show aber auch noch die Stompbox (Fuß-Drum), Mundharmonika, Flöte, Maultrommel und Shaker spielt, verlässt als Schlafwandler die Bühne. Er kommt mit einem Stapel gelber Zettel zurück. Auf diese konnten die Gäste in der Pause Fragen notieren, die jetzt beantwortet wurden. Anschließend rief QUASTER Arno Funke und Tom von Mampe auf die Bühne, mit denen kurz über das Bühnenbild und Mampe gesprochen wurde. Nun wurde das Gespräch von vor der Pause fortgesetzt und anschließend die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberley war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam darboten. Dazu kam Kimmy unter Applaus auf die Bühne. Nach viel Beifall am Ende des Titels und einem Küsschen von Papa verließ sie die Bühne wieder und es gab weiteren Besuch. Der langjähriger Bandkollege und Freund von QUASTER kam auf die Bühne. Peter Rasym, vielen noch als BIMBO bekannt. Einige Episoden vom musikalischen Werdegang von Peter wurden nun erzählt. Peter sollte sich kurz fassen. Er ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. QUASTER und Schatten kannten vor Lachen nicht mehr, als alles bitten um Kürzung eher ins Gegenteil umschlugen. Dann musizierten Peter und QUASTER gemeinsam die letzten Stücke der Show. Nach der Verabschiedung gab QUASTER noch eine Zugabe, die das Publikum lautstark eingefordert hatte. „Stolz“. Nach nochmaliger Verabschiedung war die Show nun zu Ende. Der Abend aber noch nicht.

Am Merchandise-Stand und gab es dann Autogramme und die Protagonisten standen auch für Fotos zur Verfügung. Als keine Autogramme mehr zu geben und alle Fotos im Kasten waren, ging wunderschöner Abend langsam zu Ende. Ich blieb noch eine Weile und nutzte die Gelegenheit, noch etwas mit QUASTER zu plaudern. Dann begab aber auch ich mich für eine kurze Nacht ins Hotel. Um 8 war ich dann schon wieder frühstücken, 9:40 Uhr fuhr meine S-Bahn zum Berliner Hbf. Es war wieder alles pünktlich. Zur Kaffeezeit war ich wieder daheim.

 

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum inzwischen 15. Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders. Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Es sollen wohl auch einige Pannen passiert sein, die der unbedarfte Zuschauer aber gar nicht bemerkt. Diese Kleinigkeiten machen es aber eben aus!