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Tivoli Freiberg

Bericht: Michael Novy   |   Fotos: Quaster-Fanclub

"Im Tivoli - hier begann der Urknall unsrer Symphonie" sangen die Puhdys einst auf ihrem Studioalbum "Abenteuer", welches 2009 zum 40-jährigen Bandjubiläum erschien. Danach sangen sie es noch einige Male am heiligsten Ort aller Puhdysfans - im Freiberger Tivoli, wo es uns Fans seit Jahrzehnten, immer am Wochenende vor dem Buß- und Bettag, magisch hinzieht. Es ist eine Tradition geworden, nein, mehr noch! Eine Pilgerfahrt und ein Wirtschaftswunder, denn Monate im Voraus sind sämtliche Pensionen und Hotelzimmer ausgebucht und die Wirte freuen sich, ihren Jahresumsatz zu erhöhen. 


Tja, die Puhdysfans tun eben auch was für die Region, könnte man mit einem schmunzelndem Auge behaupten. Fest steht, dass wir es nie erwarten können, wenn wir das Tivoli nach einem Konzert im November verlassen, dass es bald wieder soweit ist. Den Anfang machte am Vortag Dieter "Maschine" Birr und begeisterte seine Fans mit seiner neuen Band. Aber auch Quaster kehrte nun zum zweiten Mal solistisch ins Tivoli zurück. Mit an Bord: seine Bandkollegen Uwe Fischer (Gitarre), Heinz Haberstroh (Schlagzeug), Ex-Puhdy Peter Rasym (Bass) und Tochter Kimberly am Mikrofon. Dominik ersetzte am Keyboard Quaster's Ziehsohn Carsten "Beathoven" Mohren, der uns leider im Januar für immer verlassen hatte. Ein schwerer Job, da "Beathoven" als musikalischer Direktor sämtliche Arrangements für die Band schrieb. Er fehlte und das merkte man im Publikum. Aber auch "der Neue", Dominik, spielte sauber und verlässlich die passenden Töne auf dem Keyboard. Bei Quaster selbst spürte man die unstillbare Lust am Musizieren und die Profession, sich auch bei kleinen Verspielern, die wohl kaum jemandem aufgefallen sein sollen, nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Was zählt ist das Gesamtpaket aus Authentizität, Spielfreude, Emotion und Zusammenspiel. Das alles machte dieses Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle, die sich bereits Monate vorher ihre Tickets sicherten. Mit über 70 Jahren auf der Bühne zu stehen und die Masse zu begeistern ist heutzutage alles andere als selbstverständlich oder üblich und verdient höchsten Respekt. 

Begeistert war ich für meinen Teil auch von der Aktion am Rande des Konzertes. Kerstin und Ulli aus Braunsdorf starteten, wie auch im vergangenen Jahr eine groß angelegte Spendenaktion, bei der unter vielen Puhdys-Habseligkeiten auch eine Mütze und sogar das Motorrad von Quaster für den guten Zweck versteigert wurde und für sehr viel Geld den Besitzer wechselte. Der Erlös wird an die Deutsche Krebshilfe gehen und somit hat auch diese Aktion größten Respekt und Anerkennung verdient.

Wie jedes Jahr zog es uns anschließend natürlich auch in das Hotel Kreller, wo wir noch viele Stunden mit Quaster, seinen Fans und seiner Band verbringen konnten. Auch Bernd Römer und Claudius Dreilich von Karat ließen es sich nicht nehmen, das Konzert anzuschauen und anschließend mit uns darauf anzustoßen.

Nun hoffen wir, lieber Quaster, dass Du im nächsten Jahr wiederkommst, denn wir sind süchtig nach Dir und nach der Musik, mit der Du uns bei jedem Konzert begeisterst. Wir wollen keinen Entzug, niemals! Wir sehen uns!