Fernsehgarten Chemnitz

Fotos & Bericht: Hans-Christoph Götze

Wenn man mir vor einiger Zeit gesagt hätte, dass ich mir Eberhard Hertel, Melanie Müller, Bernhard Brink und wie sie nicht alle heißen, einmal live antue, hätte ich gepflegt den Finger Richtung Stirn bewegt. Nun feierte aber das Chemnitz Center sein 25-jähriges Bestehen und veranstaltete dazu den „1. Chemnitzer Fernsehgarten“. Um den Begriff „Fernsehgarten“ gab es im Vorfeld etwas Aufruhr, wegen angeblichem Schutz des Begriffs für oder durch das ZDF.

 


Nun war er also da, der 27. Mai 2017, der Tag dieses „Fernsehgartens“. 10 Uhr sollte er beginnen. Eine Stunde vorher da zu sein erschien mir ausreichend. Also für diesen Samstag extra den Wecker gestellt! 8:30 Uhr bin ich dann losgefahren, nach gut 30 Minuten war ich vor Ort. Der riesige Parkplatz war schon gut gefüllt. Die Geschäfte öffnen aber erst 10 Uhr! Ein Platz für mein Auto war schnell gefunden. Eine gewaltige Menschenmenge umringte das noch abgesperrte Areal vor der Bühne. Diese war auf der Freifläche zwischen großem Möbelhaus und der Ladenpassage aufgebaut. Vor der Bühne war ein großer Bereich mit Rindenmulch bedeckt. Darauf Stuhlreihen und dazwischen die Kameratechnik platziert. Ich hatte eine Stelle erspäht, an der es günstig in dieses Areal gehen sollte. Dort standen glücklicher Weise gar nicht viele Menschen. Als die Absperrung etwa 9:15 Uhr frei gegeben wurde, hatte ich dann wirklich Glück und konnte einen Platz direkt vor der Spitze des Laufstegs an der Bühne ergattern und hatte damit freien Blick auf die gesamte Bühne. Nun hieß es auf den Beginn warten. Das Wetter war fantastisch. Strahlend blauer Himmel. Die Sonne brannte auch um diese Tageszeit schon erbarmungslos. Sonnenbrand und -stichgefahr! (Einen leicht roten Nacken hatte ich am Abend.)

Fast pünktlich begann die Show. Auf die Bühne kam eine Art Lippi-Double, der sich als Lippi ausgab. Als nach kurzer Zeit dann wirklich Lippi auf die Bühne kam und den falschen Lippi überführte, gab dieser sich als Halbbruder aus, der auch ein berühmter Künstler werden wolle. Einen Künstlernamen hatte er schon: G. FLACH! Dem Namen entsprechend waren auch einige seiner Auftritte künstlerisch flach, aber sehr amüsant. Lippi führte von nun an durchs Programm, das am Ende etwa 45 Minuten länger als angekündigt dauerte. Es traten u. a. schon erwähnte Künstler, immer wieder dieser G., eine Tanzgruppe und noch eine Humoristin auf.

Nachdem gut die Hälfte des Programms absolviert war, zählte Lippi die Musikrichtungen auf, die schon zu hören waren. Beim Thema „Rock“ meinte er „Ne, hatten wir noch nicht, aber kommt jetzt.“ Und damit kündigte er den Act an, der mich zur Anwesenheit bei der Veranstaltung bewogen hat: QUASTER! Endlich war es soweit. Während Lippi moderierte und QUASTER, Peter Rasym und SCHATTEN ankündigte, wurden drei Mikrofone und ein Barhocker aufgebaut. Die drei Herren betraten die Bühne und spielten. Die Songauswahl fand ich klasse. Alte (Lebenszeit, Hiroshima, Alt wie ein Baum) aber auch einen neueren (Die Welt ist ein Wunder) PUHDYS-Titel. Super war auch die Dramaturgie des Programms. Ich weiß nur noch nicht, wie die das hinbekommen haben. Bei „Hiroshima“ verdunkelte sich die Sonne, als ob der Atompilz gerade aufgestiegen ist. Das erzeugte bei mir noch mehr Gänsehaut, als es der Titel so schon tut. Der Auftritt war für mich allerdings viel zu kurz, aber wohl der längste im Programm.

 

Danach kamen noch ein paar andere Künstler und immer wieder einmal die Tänzerinnen, die Humoristin und natürlich G.FLACH und unterhielten die etwa 1000 Gäste weitere 45 Minuten. Am Ende standen viele der Künstler für Autogramme und Fotos zur Verfügung, die Rocker waren aber schon abgereist. Sie waren auf dem Weg nach Ulm.