Kulturhaus Neuruppin


Da war ich nun schon zehn Mal in QUASTERs Show. So etwas habe ich aber noch nicht erlebt. Nicht nur ich habe Tränen gelacht!

Aber von Anfang an. Nach dem ich in Hartha vor einer Woche mein Jubiläum feiern konnte und bei der DVD-Release-Party dabei sein durfte, stand am vergangenen Wochenende mein elfter Besuch von QUASTERs Show an. Für die Anreise nach Berlin nutzte ich wieder einmal die Eisenbahn. Auch dieses Mal hatte ich gelegentlich Polizeischutz (Leipzig Hbf wegen FCB-RBL) und dieses Mal keine Anzeigen auf den Bahnhöfen.

Fotos & Bericht: Hans-Christoph Götze


Die Deutsche Bahn war Opfer eines Hackerangriffs. Darüber wurde in den Medien berichtet. Ich kam aber trotzdem gut und pünktlich an. In Neuruppin angekommen, stand ich nach dem Verlassen des Bahnsteigs schon vor der Spielstätte. An der Straßenfront prangte das neue Banner, das auch schon in Hartha zu sehen war. Ich musste aber erst einmal an dem Gebäude vorbei zu meinem Hotel, um dort einzuchecken. Nachdem ich mein Zimmer bezogen und mir das abendliche Outfit übergeworfen hatte, bin ich dann wieder zur Spielstätte, dem Kulturhaus „Stadtgarten“. Dort angekommen, traf ich auf drei Fans, die inzwischen auch eingetroffen waren. Auch Peter Rasym stand dabei. Später kamen auch noch QUASTER und „Schatten“ dazu. Die Wartezeit verging mit Gesprächen wie im Flug. Beim Einlass 19 Uhr waren aber noch keine weiteren Gäste vor Ort. Im großen Foyer war außer einer Garderobe und einem Tisch mit der Abendkasse und dem zugehörigen Personal nichts. Merchandising und Catering? Fehlanzeige. Also gingen wir in den Saal. Dieser war dezent beleuchtet und mit Tischen und Stühlen eingerichtet. Die Karten waren Tischen zugeordnet, auf denen die jeweiligen Nummern standen. Welchen der vier oder sechs Stühle je Tisch man einnahm, war freigestellt. Zeitiges Kommen erlaubte hier also die Wahl. Im Saal war aber auch ein einfaches Catering zu finden. Getränke und Salzbrezeln und Erdnüsse gab es da. Merchandising war aber auch hier Fehlanzeige. Wie ich später erfahren habe, musste der Merchandiser ganz kurzfristig krankheitsbedingt absagen. QUASTERs Frau Liane ersetzte ihn dann mit einem provisorischen Verkauf des neuen 2CD-DVD-Bundles, das sehr gut gekauft wurde.

Der Saal füllte sich. Die Stimmung im Saal war von Anfang an eine der Besten (wenn nicht gar die Beste), die ich bisher erlebt habe. Die Neuruppiner waren super gut drauf! Das kann und will ich hier schon einmal vorweg nehmen.

Die Show begann pünktlich mit der mittlerweile bekannten Intro „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter Applaus die Gäste. Von nun an war alles anders. QUASTER wollte seinen „Schatten“ auf die Bühne holen. Er meinte, dass er einen dicken Schatten hätte, der auch spricht. Nichts passierte. Auch die Bemerkung aus dem Hintergrund „Ich bin nicht dick!“ blieb aus. Das Publikum und auch QUASTER fingen an zu lachen und QUASTER sagte „Nein, du bist nicht dick, du bist ein ganz dünner Schatten.“. Es passierte aber immer noch nichts. Alle lachten weiter und endlich kam „Schatten“ auf die Bühne. „Wir hatten ein technisches Problem.“ sagte er. QUASTERs Frage, ob er heute mitmachen wolle, bejahte er und meinte „Wir ziehen das Ding durch!“. Nach ein paar einführenden Worten zur Pause, gelben Zetteln usw. Kam die Ansage des Abends: „Das hier läuft bisher nicht so richtig, aber Kochshows sind der Renner. Deshalb haben wir unser Programm umgestellt und werden heute kochen.“ Nun wurde die Pausenhupe aufgebaut und erläutert. Und „Schatten“ brachte die notwendigen Utensilien für das „Kochstudio“ auf die Bühne. Ein Ein-Platten-Kocher, einen Topf und einen Korb mit Utensilien. Die Kochplatte wurde aufgebaut und angeschlossen. QUASTER bekam eine RATATOUILLE-Kochmütze auf und „Schatten“ hatte eine Küchenschürze vom Hotel ADLON umgebunden. Der Topf wurde aufgestellt und „Schatten“ holte die Kochzutaten aus dem Korb: Wasserflaschen und eine Tütensuppe. Nebenbei moderierte er munter drauf los. Immer wieder erfrischend sind die spontanen Bemerkungen von ihm, die immer wieder anders aber immer lustig sind und sich heute immer wieder auch um die Kocherei drehten. Während der nächsten Episoden wurde mühsam das Wasser zum Kochen gebracht und die Suppe (Hühnersuppe mit Nudeln) eingerührt.

Es wurden die Jungendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Die Frage nach dem obligatorischen Geschenk zur Jugendweihe wurde gestellt, die der Saal einstimmig mit „Weltall-Erde-Mensch“ beantwortete. Die erste Gitarre wurde vorgestellt, dann intonierte QUASTER Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Für diesen Titel wurde eine „Gabi“ gesucht. Eine einheimische junge Frau in auffallendem rotem PUHDYS-Shirt wurde auf die Bühne gerufen und war super gut drauf und hat die Momente auf der Bühne sichtlich genossen. Lucas (einer der Techniker) brachte jetzt noch einen Feuerlöscher, den er mittig auf der Bühne platzierte. Mit einem munteren Wechselspiel von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen wurden die Jahre bis 1969 beleuchtet. Der rote Faden muss dieses Mal aber gekringelt gewesen sein, denn einige Bilder und Episoden wurden nicht in der zeitlichen Abfolge bzw. Zuordnung gezeigt bzw. erzählt. Inzwischen war die Suppe fertig, wurde noch mit Whiskey verfeinert und nach dem Vorkosten durch QUASTER „ans Volk“ ausgegeben. Auch ich bekam eine Tasse (die übrigens samt Löffeln auch noch im Korb waren) mit Suppe. Die schmeckte sogar! Die weitere Unterhaltung über die Gründung der PUHDYS 1969 wurde jäh durch Pausenhupe unterbrochen.

In der Pause sammelte ich mit Unterstützung die Tassen wieder ein und wir brachten sie hinter die Bühne. Dann unterstützte ich Liane beim DVD-Verkauf, in dem ich Werbung dafür machte. Dabei bemerkten wir, dass die gelben Zettel unbeachtet am Bühnenrand liegen blieben. Also kümmerte ich mich auch noch darum und verteilte einige davon. Ich bekam sie dann auch wieder ausgefüllt zurück gebracht. Und nun? Also noch einmal schnell hinter die Bühne und die Zettel abgeliefert.

Und schon ging das Programm weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden „Schatten“. QUASTER kommt dazu und spielt „Sleep walking“ auf der Gitarre. „Schatten“, der neben der Theremien während der Show aber auch noch die Stompbox (Fuß-Drum), Mundharmonika, Flöte, Maultrommel und Shaker spielt, verlässt als Schlafwandler die Bühne. Er kommt mit einem Stapel gelber Zettel zurück. Auf diese konnten die Gäste in der Pause Fragen notieren, die jetzt beantwortet wurden. Nun wurde das Gespräch von vor der Pause fortgesetzt und anschließend die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberly war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam darboten. Bei dieser Darbietung wird Kimberly per Video eingespielt.

Dann gab es Besuch auf der Bühne. Der langjährige Bandkollege und Freund von QUASTER kam auf die Bühne. Peter Rasym, der nicht mehr BIMBO heißen möchte. Und auch hier war alles anders. Einige Episoden vom musikalischen Werdegang von Peter sollten nun erzählt werden. Und Peter kann sich bekannter Weise nicht wirklich kurzfassen. „Schatten“ wollte die Erzählung übernehmen. Peter ratterte dann aber die Jahreszahlen und Bands runter und hatte dabei „Schatten“ abgehängt. „Wo bist du? Ich bin schon bei 1986.“ und so ähnlich ging das. Nun wurde anhand der durch Peter ausgelösten Feuerwehreinsätze der Unterschied zwischen DDR und BRD erklärt. Für die DDR wurde das schon einige Male erzählte Ereignis in Erfurt-Rieth erzählt, für die BRD wurde eine Aktion in einem Hotel angesprochen, bei der auch ein Feuerlöscher eine Rolle spielte. Da kam Lucas wieder auf die Bühne und räumte den immer noch in Bühnenmitte stehenden Feuerlöscher wieder weg, wohl in Sorge, dass auch dieser benutzt wird. Dann musizieren Peter und QUASTER gemeinsam die letzten Stücke der Show. Das Publikum stand und sang mit, klatschte und tanzte. QUASTER blieb allein zurück und gab mit „Stolz“ noch eine weitere, bewegende Zugabe. Im Gedenken an seinen Sohn Carsten BEATHOVEN Mohren.

Als Abschluss standen QUASTER, Peter und „Schatten“ und auch die Techniker Florian und Lucas zur Verabschiedung auf der Bühne. Nach mehrfachem Verbeugen unter tosendem Applaus verließen alle die Bühne. Die Show war zu Ende. Es war mit über drei Stunden wieder eine der längsten bisher. Die „QUASTER-Koch-Show“ hat dazu beigetragen. Zum Abschluss gab es noch Autogramme und QUASTER, Peter und „Schatten“ standen für Fotos zu Verfügung.

Wir verließen also die Spielstätte. Einheimische Fans begleiteten mich noch ein Stück Richtung Hotel. Sie waren fest der Meinung, dass alle, die nicht da waren etwas verpasst haben. In der Nähe meines Hotels verabschiedeten wir uns voneinander. Ab ins Hotel und ins Bett. Kurz vor 8 Uhr war ich dann wieder munter. Ab durchs Bad und frühstücken. 9:28 Uhr fuhr mein Zug. Auf dem Weg zum Bahnhof ging ich wieder am „Küchenstudio“ vorbei. Ich fuhr dieses Mal nicht nach Hause, sondern nach Erfurt. Die Fahrt verlief mit einem kleinen Hindernis, was ich mit Plan B meisterte und doch pünktlich in Erfurt ankam. Dort erwartete mich meine Frau. Wir fuhren dann zu ihrer Schwester Geburtstag feiern. 

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum inzwischen elften Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders. Dieses Mal besonders! Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Es sollen wohl auch einige weiter Pannen passiert sein, die der unbedarfte Zuschauer aber gar nicht bemerkt. Diese Kleinigkeiten machen es aber eben aus!

 

 

Jetzt ist aber erst einmal Pause bis August. Dann bin ich aber auch wieder mit dabei. Ich freue mich schon!