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Hartharena Hartha

Dass ich eine QUASTER-Show-Sucht habe, habe ich schon zugegeben. Jede Show hat neben den Besonderheiten, die die Spielstätten zu bieten haben, etwas Besonderes. Keine Show ist gleich, die Zwiegespräche auf der Bühne und die Reaktionen des Publikums sind immer unterschiedlich. Es macht immer wieder Spaß sich das anzusehen und zu erleben.

 

Und nun stand mein zehnter Show-Besuch an. Ich hatte schon in Potsdam erfahren, dass man sich etwas einfallen lassen wolle. Was sollte mich erwarten?

 

Auch ich hatte mir Gedanken gemacht. Auch ich wollte etwas Besonderes beitragen. Meine Überlegungen gingen zu einem besonderen Outfit für mich und einem Präsent für QUASTER. Beides wurden T-Shirts. Meins wurde ja schon veröffentlicht. Von dem Exemplar für QUASTER habe ich bei aller Aufregung vergessen, ein Foto zu machen. Vielleicht sieht man es ja einmal auf der Bühne.

Der Tag der Show nahte und die Ereignisse nahmen ihren Lauf. Als erstes erhielt ich eine Einladung zu einem Backstage-Besuch und dem Soundcheck. Das war doch schon mal was. Einmal hinter die Kulissen schauen habe ich mir schon immer mal gewünscht. Nun sollte es also wahr werden.

Bilder zur Show

Fotos: Dirk H., Hans-Christoph Götze


Jubiläumsbilder

Fotos & Bericht: Hans-Christoph Götze


Und endlich war es soweit. Ich fuhr also zeitig genug los. Die 75 km waren in einer Stunde absolviert. Am Ortseingang von Hartha begrüßte mich ein großes Banner. Eine tolle Idee. Das war richtig gut gemacht. Im Ort hingen noch einige der bekannten Plakate. Auch am Veranstaltungsort. An letzterem, einer modernen und schicken Mehrzweckhalle, auch noch die Hinweise auf den bzw. die Gäste der Show an diesem Abend: EINGEHÄNGT und sein Enkel Ludwig. Einen Parkplatz in der Nähe hatte ich schnell gefunden. Ich bin dann erst einmal eine Runde um die „HarthArena“ gegangen, um mir das Gebäude anzuschauen und habe meine Anwesenheit vor Ort dann elektronisch mitgeteilt. Am Bühneneingang wurde ich empfangen und in die heiligen Hallen geführt. Der Soundcheck begann gerade und ich konnte vor und hinter der Bühne einmal beobachten, was da so alles passiert. Bei der Gelegenheit konnte ich auch schon meinen Platz reservieren, es war ja freie Platzwahl. Danach ging es in den Backstage-Bereich. Dort gab es nette Gespräche mit allen Beteiligten und es wurden Fotos gemacht. QUASTER sagte mir dann noch, dass ich über den normalen Eingang in den Saal gehen solle, damit niemand denkt, ich wüsste Bescheid. Hä? Was sollte ich wissen? SCHATTEN sagte nur, dass QUASTER auch nicht alles wüsste. ??? Was passiert hier noch, fragte ich mich. Bis zur Auflösung des Rätsels sollte es noch etwas dauern. Ich ging also ins Foyer, wo schon einige bekannte Fans anwesend waren. Es war noch Zeit, all zu begrüßen und mit einigen noch ein paar nette Gespräche zu führen.

 

Die Show begann pünktlich in dem mit ca. 150 Gästen gefüllten Saal mit der mittlerweile bekannten Intro „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend unter Standing Ovation die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter Applaus die Gäste. Nun holte seinen „Schatten“ auf die Bühne. Die Pausenhupe wurde aufgebaut und erläutert. Und „Schatten“ moderierte munter drauf los. Immer wieder erfrischend sind die spontanen Bemerkungen von ihm, die immer wieder anders aber immer lustig sind. Er war super gut drauf. Viele neue Pointen kamen rüber. Aber auch QUASTER war super drauf und hatte auch die eine oder andere lustige Bemerkung parat.

 

Es wurden die Jungendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Bei der Frage nach dem obligatorischen Geschenk zur Jugendweihe (erwartet wurde als Antwort der Buchtitel „Weltall-Erde-Mensch“, ein sehr lehrreiches Buch), warf ich wieder „Der Sozialismus deine Welt“ (Dieses Buch wurde ab 1974 an Stelle des erstgenannten ausgegeben.) ein und brachte „Schatten“ etwas aus dem Konzept. Die erste wurde Gitarre vorgestellt. Und dann intonierte QUASTER Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Für diesen Titel wurde eine „Gabi“ gesucht. Und nun kam die Auflösung des Rätsels. „Normaler Weise holen wir immer eine weibliche Person auf die Bühne. Heute haben wir aber einen Jubiläumsgast, der sich zum zehnten Mal die Show ansieht, noch nie nach der Pause gegangen ist und alle Karten selbst gekauft hat. Nun komm schon hoch.“ waren die Worte, mit denen mich „Schatten“ auf die Bühne holte. Damit hatte ich nun nicht gerechnet. Ich griff noch schnell das T-Shirt für QUASTER, was ich unbemerkt mit auf die Bühne nahm. Damit ich auch „Gabi“ bin, bekam ich noch eine Perücke aufgesetzt und QUASTER spielte und sang los. Ich habe die Momente auf der Bühne genossen. Es hat Spaß gemacht, mit QUASTER und „Schatten“ da oben zu sein und mit ihnen zu singen. Zum Abschluss erhielt ich noch eine Urkunde und einen „Zollstock“ (offiziell heißt das wohl Gliedermaßstab), in dem mein Name eingraviert und auf dem die Körpergrößen von QUASTER und „Schatten“ markiert sind. Ich überreichte nun noch QUASTER mein Geschenk. Das T-Shirt ist bedruckt mit dem Bild mit dem „kopflosen Fan“ und dem Text „Ich bereue nichts! – Dein Wiederholungstäter“. Nun verließ ich die Bühne wieder. Im Nachhinein wurde mir dann bewusst, dass ich nun schon die zweite „Gabi“ in unserer Familie bin. Meine Frau war es ja in Crimmitschau. Hoffentlich verwechseln wir uns jetzt nicht! Wir sind damit das erste und bisher einzige „Gabi-Paar“.

 

Mit einem munteren Wechselspiel von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen sollten die Jahre bis 1969 beleuchtet werden. Dies wurde aber jäh durch Pausenhupe unterbrochen.

 

Das Programm ging weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden „Schatten“. QUASTER kommt dazu und spielt „Sleep walking“ auf der Gitarre. „Schatten“, der eben der Theremien während der Show aber auch noch die Stompbox (Fuß-Drum), Mundharmonika, Flöte, Maultrommel und Shaker spielt, verlässt als Schlafwandler die Bühne. Er kommt mit einem Stapel gelber Zettel zurück. Auf diese konnten die Gäste in der Pause Fragen notieren, die jetzt beantwortet wurden. Nun wurde das Gespräch von vor der Pause fortgesetzt und anschließend die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberley war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam darboten. Bei dieser Darbietung wird Kimberley per Video eingespielt.

 

Dann gab es Besuch auf der Bühne. Dieser wurde diesmal nicht mit Bild, sondern mit Gesang angekündigt. „Lebt denn der alte Holzmeyer noch?“ wurde intoniert und der langjährige Bandkollege Peter EINGEHÄNGT Meyer kam auf die Bühne und sang seinen Part des „Holzmeyer“. Einige Episoden aus dem (musikalischen) Werdegang von Peter wurden nun erzählt. Nun wurde noch EINGEHÄNGTs Enkel Ludwig auf die Bühne gerufen. Nun durfte auch Ludwig noch ein paar Fragen beantworten müssen. Dann musizieren Ludwig, EINGEHÄNGT und QUASTER gemeinsam die letzten Stücke der Show. QUASTER blieb allein zurück und gab mit „Stolz“ noch eine weitere, bewegende Zugabe. Im Gedenken an Carsten.

 

Als Abschluss standen QUASTER, EINGEHÄNGT, Ludwig und „Schatten“ und auch die Techniker zur Verabschiedung auf der Bühne. Nach mehrfachem Verbeugen unter tosendem Applaus verließen alle die Bühne. Die Show war zu Ende. Es war mit etwa drei Stunden eine der längsten bisher, auch bedingt durch sehr viele Fragen und teilweise ausführliche Antworten. Zum Abschluss gab es noch Autogramme und QUASTER, EINGEHÄNGT, Ludwig und „Schatten“ standen für Fotos zu Verfügung.

Danach verließen wir die Spielstätte. Und gingen zu den Autos. Kurz nach Mitternacht war ich wieder zu Hause. Die Urkunde wird einen Ehrenplatz erhalten.

 

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum inzwischen zehnten Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders. Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Auch wurden neue Bilder und Videos eingebaut. Das bemerken aber nur „Wiederholungstäter“ wie ich. Es sollen wohl auch einige Pannen passiert sein, die der unbedarfte Zuschauer aber gar nicht bemerkt. Diese Kleinigkeiten machen es aber eben aus!

 

In einer Woche bin ich wieder dabei! Am 13. Mai in Neuruppin werde ich zum elften Mal dabei sein. Ich freue mich schon!!