Nikolaisaal Potsdam

Fotos: Hans-Christoph Götze, Netti Mechel   |   Bericht: Hans-Christoph Götze

Irgendwie hat es mir QUASTERs Show angetan, man kann wohl schon von einer Sucht reden. Jede Show hat neben den Besonderheiten, die die Spielstätten zu bieten haben, etwas Besonderes. Keine Show ist gleich, die Zwiegespräche auf der Bühne und die Reaktionen des Publikums sind immer unterschiedlich. Es macht immer wieder Spaß sich das anzusehen und zu erleben. Nachdem ich im ersten Jahr der Show schon sieben Mal dabei war, habe ich mir auch für dieses Jahr wieder Termine ausgeguckt. Meine erste Show 2017 war Mitte Januar in Berlin.


Ich hatte davon berichtet. Es war die bisher emotionalste Show. War es doch das letzte Mal, dass QUASTERS Ziehsohn Carsten BEATHOVEN Mohren dabei sein konnte. Dann gab es eine etwas längere Pause. Der Grund ist bekannt und für mich mehr als verständlich. Schön aber, dass QUASTER nun wieder auf die Bühne zurück und zu alter Spielfreude gefunden hat.

Die ersten Shows nach dieser Pause konnte ich leider nicht besuchen und musste bis zu diesem Termin in Potsdam warten. Die Karte hatte ich schon lange, Übernachtung war auch schon länger gesichert. Nun war das Wochenende endlich da. Ich hatte mich entschlossen, mit dem Zug nach Potsdam zu fahren. Das war an dem Wochenende mit zusätzlichem Umsteigen und Fahrzeitverlängerung verbunden. Die Eisenbahn baute. Es passte aber alles und ich kam, teilweise unter „Polizeischutz“ (in Aue war am Samstag Fußball) planmäßig und pünktlich nach Potsdam. Nachdem ich im Hotel eingecheckt hatte, bin ich noch etwas essen gegangen und dann zum Veranstaltungsort. Dort angekommen traf ich auf einige bekannte Gesichter. Nach freudiger Begrüßung gingen wir in das tolle Gebäude. Die Zeit bis zum Einlass in den interessanten Saal verbrachten wir mit netten Gesprächen. Manchen Fan hatte ich ja schon länger nicht gesehen.

Beim Betreten des Saals konnte ich die gute Wahl meines Platzes bei der Bestellung begutachten. Genau vor mir würden dann QUASTER und sein „Schatten“ sein. Die Show begann pünktlich, in dem mit ca. 200 Gästen gefüllten Saal, mit dem mittlerweile bekannten Intro „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter Applaus die Gäste. Nun holte seinen „Schatten“ auf die Bühne. Die Pausenhupe wurde aufgebaut und erläutert. Und „Schatten“ moderierte munter drauf los. Immer wieder erfrischend sind die spontanen Bemerkungen von ihm, die immer wieder anders aber immer lustig sind. Ich hatte das Gefühl, dass „Schatten“ in der spielfreien Zeit einen Lehrgang „Wie moderiere ich lustig.“ oder so ähnlich besucht hat. Er war super gut drauf. Viele neue Pointen kamen rüber. Aber auch QUASTER war super drauf und hatte auch die eine oder andere lustige Bemerkung parat.

Es wurden die Jugendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Bei der Frage nach dem obligatorischen Geschenk zur Jugendweihe (erwartet wurde als Antwort der Buchtitel „Weltall-Erde-Mensch“, ein sehr lehrreiches Buch), warf ich noch „Der Sozialismus deine Welt“ ein. Dieses Buch wurde ab 1974 an Stelle des erstgenannten ausgegeben. Ich gehörte zum ersten Jahrgang, der dieses Propagandabuch sein eigen nennen musste. Die erste Gitarre wurde vorgestellt. Und dann intonierte QUASTER Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Für diesen Titel wurde eine „Gabi“ gesucht. Ein mir bekanntes Geburtstagskind war anwesend, saß in der ersten Reihe. Sie wurde auf die Bühne gerufen und war super gut drauf und hat die Momente auf der Bühne sichtlich genossen. Mit einem munteren Wechselspiel von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen sollten die Jahre bis 1969 beleuchtet werden. Dies wurde aber jäh durch Pausenhupe unterbrochen.

Das Programm ging weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden „Schatten“. QUASTER kommt dazu und spielt „Sleep walking“ auf der Gitarre. „Schatten“, der eben der Theremien während der Show aber auch noch die Stompbox (Fuß-Drum), Mundharmonika, Flöte, Maultrommel und Shaker spielt, verlässt als Schlafwandler die Bühne. Er kommt mit einem Stapel gelber Zettel zurück. Auf diese konnten die Gäste in der Pause Fragen notieren, die jetzt beantwortet wurden. Nun wurde das Gespräch von vor der Pause fortgesetzt und anschließend die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberley war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam darboten. Bei dieser Darbietung wird Kimberly per Video eingespielt.

Dann gab es Besuch auf der Bühne. Der langjährige Bandkollege und Freund von QUASTER kam auf die Bühne. Peter Rasym, der nicht mehr BIMBO heißen möchte. Einige Episoden vom musikalischen Werdegang von Peter wurden nun erzählt. Da sich Peter bekannter Weise nicht wirklich kurzfassen kann, übernahm „Schatten“ die Erzählung. Peter ergänzte ständig und „Schatten“ erzählte „sehr ausführlich“, wie Peter anmerkte. Dann musizierten Peter und QUASTER gemeinsam die letzten Stücke der Show. QUASTER blieb allein zurück und gab mit „Stolz“ noch eine weitere, bewegende Zugabe. Im Gedenken an Carsten, an den auch während der Show einige Male gedacht wurde, wenn er erwähnt wurde.

Interessant waren meine Nachbarn. Während rechts von mir ein „Bewegungs-Allergiker“ saß, hatte ich zu meiner Linken das volle Kontrastprogramm. Sonst war das Publikum sehr statisch. Wenn ich nach der letzten Zugabe nicht aufgestanden wäre, säßen wir wahrscheinlich jetzt noch. Vielleicht aber auch ein Zeichen, dass die Leute die Show noch nicht als beendet ansehen wollten.

Als Abschluss standen QUASTER, Peter und „Schatten“ und auch die Techniker Florian und Lucas zur Verabschiedung auf der Bühne. Nach mehrfachem Verbeugen unter tosendem Applaus verließen alle die Bühne. Die Show war zu Ende. Es war mit etwa drei Stunden eine der längsten bisher, auch bedingt durch sehr viele Fragen und teilweise ausführliche Antworten. Zum Abschluss gab es noch Autogramme und QUASTER, Peter und „Schatten“ standen für Fotos zu Verfügung.

Der Abend wurde durch das Personal des Hauses beendet, die abschließen wollten. Das hatte ich auch schon anders erlebt! (siehe mein Bericht von Plauen auf dieser Webseite)

Wir verließen also die Spielstätte. Für einige standen noch ein paar Kilometer Autofahrt, für mich eine Nacht im Hotel, bevor. An den geparkten Autos verabschiedete ich mich von den Autofahrern und ging Richtung Hotel. Ab ins Hotel und ins Bett. Kurz vor 8 Uhr war ich dann schon wieder frühstücken, 8:55 Uhr fuhr mein Zug ab Potsdam Hbf. Es war wieder alles pünktlich. In Leipzig erhielt ich wieder „Polizeischutz“ (war wohl auch Fußball). Zur Kaffeezeit war ich wieder daheim.

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum inzwischen neunten Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders. Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Auch wurden neue Bilder und Videos eingebaut. Das bemerken aber nur „Wiederholungstäter“ wie ich. Es sollen wohl auch einige Pannen passiert sein, die der unbedarfte Zuschauer aber gar nicht bemerkt. Diese Kleinigkeiten machen es aber eben aus!

 

In zwei Wochen feiere ich ein kleines Jubiläum! Am 6. Mai in Hartha werde ich zum zehnten Mal dabei sein. Ich freue mich schon!!