Babylon Berlin

Bericht von Hans-christoph Götze

Irgendwie hat es mir QUASTERs Show angetan. Jede Show hat neben den Besonderheiten, die die Spielstätten zu bieten haben, etwas Besonderes. Keine Show ist gleich, die Zwiegespräche auf der Bühne und die Reaktionen des Publikums sind immer unterschiedlich. Es macht immer wieder Spaß sich das anzusehen. Also habe ich mir auch für dieses Jahr wieder Termine ausgeguckt.

Schade, dass ich die erste Show im neuen Jahr nicht besuchen konnte, war sie doch in meiner Geburtsstadt und an QUASTERs 20. Hochzeitstag. Zu letzterem auch an dieser Stelle von mir noch einmal: Herzlichen Glückwunsch!

Show Nummer drei in diesem Jahr war nun in der Hauptstadt. Also ein Heimspiel. Das wollte und konnte ich nun unbedingt erleben. Karte und Übernachtung in der Nähe des Veranstaltungsortes waren rechtzeitig gesichert. Nun war es endlich soweit. Nach Berlin bin ich mit dem Zug gefahren. Es war alles pünktlich. Nach dem Einchecken im Hotel schnell am Alex noch einen Happen gegessen und dann auf zum „Babylon“. Es ist war ja freie Platzwahl und so sichert bekannter Weise zeitiges Kommen gute Plätze. Dort waren schon befreundete Fans im Foyer. Der Merchandise-Stand wurde auch gerade aufgebaut. Dort erfuhr ich auch, dass die vorderen Reihen für geladene Gäste reserviert sind. „Als Wiederholungstäter bin ich doch auch Promi.“ warf ich lachend ein und mein Fan-Freund meinte „Du wirst schon sehen, du sitzt vorn.“ In Gesprächen verging die Wartezeit bis zum Einlass recht schnell. Als wir dann in den Saal konnten habe ich es in die erste „freie“ Reihe geschafft. Für meine Freunde konnte ich Plätze frei halten. Als wir dabei waren, uns „häuslich“ einzurichten, kam Schatten in den Zuschauerraum. Zur Begrüßung kam er dann an die Absperrung im Seitengang. Auch bei ihm habe ich mich in spaßiger Form über meinen Platz geäußert. Da meinte er nur, dass wir auch gerne in Reihe 2 Platz nehmen könnten. Gesagt, getan. Wir nahmen unsere Sachen und ließen uns von Schatten hinter die Absperrung zu den neuen Plätzen führen. Mein Freund hatte also Recht: Ich saß vorn. Vor mir Jürgen Karney, hinter mir QUASTERs Frau Liane und Tochter Kimberly mit Verwandtschaft. Carsten „Beathoven“ Mohren war mit Frau und Tochter auch anwesend. Ich war erfreut ihn wiederzusehen. Ich ziehe meinen Hut. Meine Hochachtung für seinen Lebenswillen und Lebensmut! Außerdem waren unter anderen Werther Lohse, „HeinzAngel“ Haberstroh und Peter „Eingehängt“ Meyer mit Enkel Ludwig anwesend.

Die Show begann pünktlich in dem mit ca. 300 Gästen gut gefüllten Saal mit der mittlerweile bekannte Intro „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter Applaus die Gäste. Nun holte er seinen „Schatten“ auf die Bühne. Die Pausenhupe wurde aufgebaut und erläutert. Und Schatten moderierte munter drauf los. Immer wieder erfrischend sind die spontanen Bemerkungen von ihm, die immer wieder anders aber immer lustig sind. Es wurden die Jungendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Doch eines war anders. Es fehlte die Frage nach dem obligatorischen Geschenk zur Jugendweihe. Die erste Gitarre wurde vorgestellt. Und dann intonierte QUASTER Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Beim Thema Geburtstag und Geschenk fiel Schatten die vergessene Frage nach dem Jugendweihegeschenk ein. Das wurde jetzt prompt nachgeholt. Nun wurde eine „Gabi“ gesucht. Ein Geburtstagskind war nicht anwesend, aber in der ersten Reihe saß eine echte Gabi. Sie wurde auf die Bühne gerufen und war super gut drauf und hat die Momente auf der Bühne sichtlich genossen Warum sie allerdings FRIDA auf ihrem Pullover stehen hatte, blieb ein Geheimnis. Mit einem munteren Wechselspiel von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen sollten die Jahre bis 1969 beleuchtet werden. Dies wurde aber jäh durch Pausenhupe unterbrochen.

Das Programm ging weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden „Schatten“. QUASTER kommt dazu und spielt „Sleep walking“ auf der Gitarre. Schatten, der neben der Theremien auch noch die Stompbox (Fuß-Drum), Mundharmonika, Flöte, Maultrommel und Shaker spielt, verlässt als Schlafwandler die Bühne. Er kommt mit einem Stapel gelber Zettel zurück. Auf diese konnten die Gäste in der Pause Fragen notieren, die jetzt beantwortet wurden. Nun wurde das Gespräch von vor der Pause fortgesetzt und anschließend die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberley war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam darboten. Nach viel Beifall am Ende des Titels und einem Küsschen von Papa verließ sie wieder die Bühne und es gab weiteren Besuch. Ein langjähriger Bandkollege und Freund von QUASTER kam auf die Bühne. Peter Rasym, der nicht mehr BIMBO heißen möchte. Einige Episoden vom musikalischen Werdegang von Peter wurden nun erzählt. Peter sollte sich kurzfassen. Er ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. QUASTER und Schatten konnten vor Lachen nicht mehr, als alles „Bitten um Kürzung“ eher ins Gegenteil umschlugen. Dann musizierten Peter und QUASTER normalerweise gemeinsam die letzten Stücke der Show. Dieses Mal war das aber anders. Es wurde noch ein Gast auf die Bühne gebeten: „Beathoven“. Er wurde mit viel Beifall begrüßt. Nach den letzten Stücken gab es für ihn Standing Ovations. Sie spielten noch eine Zugabe, nach der es für „Beathoven“ wiederholt Standing Ovations gab. Danach verließen „Beathoven“, Peter und Schatten die Bühne. QUASTER blieb allein zurück und gab mit „Stolz“ noch eine weitere, bewegende Zugabe.

Als Abschluss standen QUASTER, „Beathoven“, Peter und Schatten auf der Bühne. QUASTER suchte seine Tochter, die schon wieder im Publikum Platz genommen hatte und nun schnell noch einmal auf die Bühne eilte, und rief auch die Techniker zur Verabschiedung mit auf der Bühne. Nach mehrfachem Verbeugen unter tosendem Applaus verließen alle die Bühne. Die Show war zu Ende. Der Abend aber noch nicht. Für interessierte gab es noch eine Information zum Ort der Aftershow-Party. „Prince“, ein Lokal ganz in der Nähe. Das Publikum machte sich auf, den Saal zu verlassen und sich am Merchandise-Stand zum Autogramm und Foto „einsammeln“ zu begeben.

Es dauerte nicht lang und es kamen QUASTER, Kimmy, Peter und Schatten an den Merchandise-Stand und gaben Autogramme und standen für Fotos zur Verfügung. Als keine Autogramme mehr zu geben und alle Fotos im Kasten waren, begaben wir uns ins „Prince“. Dort wurde in gemütlicher Runde bei dem einen oder anderen Getränk noch ein bisschen der gelungene Abend gefeiert. Die „Fan-Gruppe“ verabschiedete sich als erste, für einige standen noch ein paar Kilometer Autofahrt, für mich eine kurze Nacht im Hotel bevor. An den geparkten Autos verabschiedete ich mich von den Autofahrern und ging Richtung Hotel. Die etwa 500 m führten noch einmal am „Babylon“ vorbei, wo gerade QUASTERs Technik-Crew mit dem Abbau und Verladen fertig war. Auch von ihnen verabschiedete ich mich noch einmal. Ab ins Hotel und ins Bett. Um 8 war ich dann schon wieder frühstücken, 9:30 Uhr fuhr mein Zug ab Berlin Hbf. Es war wieder alles pünktlich. Zur Kaffeezeit war ich wieder daheim.

 

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum inzwischen achten Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation.  


Bericht von Ingo Friedrich

Fotos: Ingo Friedrich, Hans-Christoph Götze

Endlich eroberte Quaster auch seine Heimatstadt, die Hauptstadt Berlin. Die ausgewählte Location, das zum Kult gewordene Filmtheater "Babylon" passte also perfekt.

Gerade hier in Berlich rechnete man ja mit Prominenten unter den Zuschauern. Und so waren neben Quaster's Frau Liane auch Jürgen Karney, Michael Haberstroh (Schlagzeuger von "Rockhaus"), Werther Lohse (Sänger von "Lift") sowie Peter "Eingehängt" Meyer zu sehen. Pünktlich um 20 Uhr ging es los, natürlich mit dem Song "Ich bereue nichts", der Quaster's Show den Namen gab  und der sein Lebensmotto ist.


Nach anfänglichem Einspielen von Fotos und Videos auf der großen Videowand im Hintergrund kam Quaster, unter großem Applaus des Publikums, auf die Bühne. Kurz danach stellte er fest, dass er seit vielen Jahren einen „Schatten“ hat. Dieser führte auch heute wieder souverän als Moderator und genialer Bühnenpartner von Quaster durch die Show. Chronologisch wurde des Künstlers Leben in Fotos & Videos vorgestellt. Angefangen im Jahr 1958, mit der ersten Gitarre, dem ersten nachgespielten Song von Peter Kraus. Diesen spielte und sang Quaster auch heute wieder live. Im Anschluss intonierte der große Meister des Gesangs einige Nummern aus seiner Jugendzeit, die auch später noch mit den Puhdys gesungen wurden, bevor sie anfingen, eigene deutsche Titel zu singen. Zu diesen frühen Vorbildern gehörten Mungo Jerry, Bee Gees, Doors, Uriah Heep usw. Aber auch die im Original von Gerd Böttcher besungene „Gabi“ kam zu Quaster auf die Bühne. Komisch war nur, dass auf ihrem Pullover der Name „Frieda“ eingestickt war.

Als die Vor-Puhdys-Zeit bis 1969 abgearbeitet war klingelte pünktlich der Wecker zur gewerkschaftlich angeordneten Pause. Gelegenheit sich nicht nur innerlich zu erfrischen, sondern auch Zeit für Gespräche mit anderen Fans und Gästen des Abends. Neben vielen bisher nicht bekannten Fotos hörten wir jetzt auch ein paar Songs, die sehr lange bzw. noch nie live zu hören waren. Dazu gehörte z.B. der Song „Mein Elixier“, aber auch „Die Welt ist ein Wunder“, der in den letzten Puhdys-Konzerten auch live gespielt wurde.

Im Laufe des Abends kamen noch 3 musikalische Gäste auf die Bühne. Als erstes natürlich Quasters Töchterchen Kimmy, die gemeinsam mit Papa „All diese Jahre“ sang.

Der nächste Gast war der langjährige und doch „nur“ 19 Jahre bei der Band dabei gewesene Bassist der Puhdys: Peter Rasym. Er erzähle ausführlich und ziemlich unterhaltsam aus seinem Leben. So hatte ihn noch nie jemand reden gehört. Bei den Puhdys durfte er ja nicht viel reden, nur als Harry´s Nachfolger sein Instrument bedienen.

Aber dann kam ein „Überraschungsgast“ mit dem wirklich niemand gerechnet hatte. Vor wenigen Wochen erst ging er mit seinem Schicksal, seinem schon besiegelten, nahen Krebs-Tod an die Öffentlichkeit. Er hatte sich gewünscht, heute in seiner Heimatstadt nochmal zusammen mit seinem Ziehvater Dieter Hertrampf auf der Bühne zu stehen. Carsten „Beathoven“ Mohren kam unter großem Beifall der Zuschauer auf die Bühne. Standing Ovations für ihn und seinen Lebensmut, bis zum letzten Tag alles zu geben und das musikalische Leben so intensiv zu erleben wie es eben geht. Für ein paar Songs bediente er professionell wie immer das bereitgestellte Keyboard. Jetzt kamen einem die letzten beiden von Quaster gesungenen Songs besonders intensiv vor. „Mach dir um mich keine Sorgen“ war schon ein sehr emotionaler Titel, aber was dann kam sorgte sicher nicht nur bei Quaster für ein paar Tränen in den Augen. Die ganze lustige Stimmung des Abends schlug plötzlich in emotionale Ruhe, in Nachdenklichkeit, in traurige Gedanken um, als Quaster allein mit seiner Gitarre und seiner Stimme den Song „Stolz“ für seinen Ziehsohn Carsten sang. Spätestens als sich beide dann umarmten stand das ganze Publikum von den Sitzen auf und war einfach nur gerührt von diesem Anblick.

So ging der Abend nach genau 3 Stunden zu Ende und bot auch danach noch genug Gesprächsstoff. Seht Euch die nächsten Show´s von Quaster an und ihr werdet danach sagen: „Ich bereue nichts“.