Stadtgarten Erfurt

Dass ich ursprünglich nur zu einer Show von Quaster gehen wollte, inzwischen aber schon einige Male dabei war, habe ich schon mehrfach geschrieben. Und wieder spielten Planungsänderungen eine Rolle. Das Wochenende des 3. Advents war eigentlich Geburtstagsfeiern vorbehalten. Am 10. Dezember sollte es eine solche mit Wohnzimmerkonzert in Freital geben. Dem lieben Freund geht es seit einiger Zeit leider nicht wirklich gut. Ein Krankenhausaufenthalt der nicht so schönen Art lies die Pläne platzen. Schön die Nachricht, dass es ihm wieder besser geht. Den Tag bzw. Abend konnte ich also anders planen. Am 11. Dezember hat meine Schwester Geburtstag, also war die Zeit dafür reserviert. Als sie dann zum Brunch lud, war auch dieser Abend wieder disponibel. Also schnell noch einmal in QUASTERs Tourplan geschaut und nach Tickets Ausschau gehalten. Für die beiden Veranstaltungen waren noch Karten verfügbar. Für den 10.12. in Erfurt mit freier Platzwahl und für den 11.12. gab es sogar noch Plätze in Reihe 1. Also habe ich umgehend Karten bestellt.

Nun war das Wochenende gekommen. Samstag (wir haben früher immer Sonnabend dazu gesagt) bin ich nach dem Nachmittagskaffee nach Erfurt gefahren. Es war relativ wenig Verkehr, so dass ich bei recht gemütlicher Fahrt nach knapp zwei Stunden vor Ort war. Da ich nun noch Zeit hatte, bin ich noch schnell auf den schönen Erfurter Weihnachtsmarkt gegangen, um einen Happen zu essen. Etwa 18 Uhr war ich dann wieder am Veranstaltungsort „Stadtgarten“. Ich wollte zeitig da sein, um für die „freie Platzwahl“ eine gute Ausgangsposition zu erhaschen. Auf dem dunklen Vorplatz traf ich bekannte Fans, die dem Merchandiser beim Ausladen halfen. Ich durfte dann gleich mit rein. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Die anderen Fans und ich haben dann gleich Plätze gesichert. Dabei haben wir auch noch an Freunde gedacht, die wir erwarteten. Mit dem Aufbau des Merchandise-Stands direkt neben dem Eingang und dem Lauschen beim Sound-Check verging die Zeit bis zum Einlass recht schnell. Auch ein paar kurze Gespräche mit den Akteuren des Abends waren zwischen Sound-Check und Einlass noch möglich. Und ich konnte den DDR-Charm des Saals auf mich wirken lassen. Kurz vor dem Einlass kam der Karten-ABV (ABV = AbschnittsBeVollmächtigter) und entwertete die Karten der schon anwesenden Fans. Gegen 19 Uhr war Einlass. Der Saal füllte sich, am Merchandise-Stand war mächtig Betrieb. Die freigehaltenen Plätze wurden übergeben und alle begrüßten sich freudig. Ich traf auch auf befreundete Fans, die ich nicht erwartet hatte. Die Freude war umso größer.

Pünktlich begann die Musik zu spielen. „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er unter frenetischem Beifall und mit ersten Standing Ovations die etwa 150 Gäste, die aber wie 1500 klatschten und jubelten und holte seinen „Schatten“ auf die Bühne. Die Pausenhupe wurde aufgebaut und erläutert. Und Schatten moderierte munter drauf los. Dabei bemerkte QUASTER, dass er ja zwei Schatten hätte. Einen, der von seinen Füßen aus den Boden der Bühne auf der lichtabgewandten Seite bedeckte und einen neben sich, der ständig redete. Irgendwie kamen sie dabei auf „über seinen Schatten springen“ und QUASTER sollte dies auch gleich tun. So legte sich Schatten auf die Bühne und QUASTER sprang mit einem Schlusssprung darüber. Es wurden nun die Jungendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Die erste Gitarre vorgestellt. Und dann intonierte QUASTER Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Zu diesem Titel wird immer „Gabi“ auf die Bühne geholt. Die Dame, die auf die Bühne kommt, wird ggf. umgetauft. So war es auch dieses Mal. Während QUASTER zu singen beginnt holt Schatten immer ein Piccolöchen für „Gabi“. Was war aber heute los. „Gabi“ lehnte mit „Ich trinke keinen Alkohol.“ ab. Schatten guckte nicht schlecht, verschwand hinter der Bühne und kam mit einer Flasche Mineralwasser wieder. Er brauchte noch eine Weile, um das erlebte zu verdauen. Mit einem munteren Wechselspiel von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen wurden die Jahre bis 1969 beleuchtet werden. Als es aber zu dem Ereignis des Jahres 1969 kommen sollte, wurde das Programm aber jäh durch die Pausenhupe unterbrochen.

 

Das Programm ging weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden Schatten. Das Gespräch vor der Pause wurde fortgesetzt und anschließend die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberly, die auf der Videowand eingespielt wurde, war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam darboten. Dann gab es Besuch auf der Bühne. Ein langjähriger Bandkollege und Freund von QUASTER kam auf die Bühne. Peter Rasym, der nicht mehr BIMBO heißen möchte. Einige Episoden vom musikalischen Werdegang von Peter wurden nun erzählt und Peter und QUASTER musizierten gemeinsam die letzten Stücke der Show. Nach viel Beifall verließen Peter und Schatten die Bühne. QUASTER blieb allein zurück und gab mit „Stolz“ noch eine Zugabe. Als Abschluss standen neben den drei Akteuren auch die Techniker zur Verabschiedung mit auf der Bühne. Die Show war zu Ende. Der Abend aber noch nicht. Nach einer kurzen Pause kamen QUASTER und Peter an den Merchandise-Stand und gaben Autogramme und standen für Fotos zur Verfügung. Als keine Autogramme mehr zu geben und alle Fotos im Kasten waren ging der Abend nun endgültig zu Ende. Ich verabschiedete mich von QUASTER und Schatten mit den Worten „Bis nachher.“ Sie fragten mich, ob ich auch in dem Hotel wäre. Als ich das verneinte, schauten beide fragend. Schatten fragte dann „Morgen?“ und ich erwiderte „JA!“. Beide schüttelten ungläubig den Kopf.

 

Ich trat den Heimweg an, der noch unproblematischer als die Hinfahrt war. Nach ein paar Minuten zum zur Ruhe kommen, nahm ich dann eine Mütze voll Schlaf. Es stand ja ein ereignisreicher Tag bevor.

 

Alle Termine der Tour gibt es übrigens hier: www.quaster.de

 

Bericht: Hans-Christoph Götze   |   Fotos: Hans-Christoph Götze