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Blauer Salon Leipzig

Wie schon mehrfach geschrieben, hatte ich Anfang des Jahres eigentlich nur einen Besuch von QUASTERs Show, nämlich der in Crimmitschau geplant. Wie es im Leben aber nun mal so ist, kommt es anders. So war ich vor Crimmitschau noch in Jonsdorf und Bad Elster und danach noch in Plauen. In Plauen meinte Schatten bei der Begrüßung des Publikums „Wir machen heute einiges anders, da wir in der ersten Reihe Wiederholungstäter haben, die zum vierten Mal da sind und auch noch ein fünftes Mal kommen sollen.“, womit er mich meinte. Ein fünftes Mal? Geplant war es nicht. Als ich nach der Veranstaltung in Plauen wieder zu Hause war, habe ich mir den Tourplan noch einmal angesehen. Mit Leipzig, zwei Wochen später, wurde ich fündig, da inzwischen der in dieser Zeit liegende Urlaub terminlich feststand. Also nach einer Eintrittskarte Ausschau halten. Fündig wurde ich mit Platz 26 in Reihe 1, dem vorletzten in dieser Reihe und ganz links. Ursprünglich nicht ganz glücklich damit (sitzen die Protagonisten doch auf der anderen Seite der Bühne), sollte sich dieser Platz dann doch als genial herausstellen.

 

Der Veranstaltungsort befand sich im König-Albert-Haus, das als Multifunktionsgebäude genutzt wird. Ich hätte auch mit der Eisenbahn hinfahren können. Ein Ausgang der S-Bahn-Station „Markt“ ist direkt vor dem Gebäude (ich wäre nur nicht wieder zurückgekommen). Der Aufgang zum Saal befindet sich im Durchgang zum Innenhof. Alles im Flair der „guten alten Zeit“. Im Vorraum mit Garderobe angekommen, traf ich auf die „Drei Gleichen“. Neben der Garderobe war der Merchandise-Stand aufgebaut, an dem der Merchandiser Marcel anzutreffen war. Auch der thüringische Fan (siehe Plauen) gesellte sich zu uns. Liane, QUASTERs Frau, kam aus der Stadt und ging nach kurzer Begrüßung Backstage. Bis zum Einlass in den Saal pünktlich 19 Uhr war noch etwas Zeit, die in Gesprächen schnell verging. Die Security vor Ort war wieder ausgesprochen angenehm! Alles freundlich und in Ruhe mit netten Worten und kleinen Späßchen. Im Saal waren die Plätze entsprechend dem Vorverkauf gekennzeichnet. Da einige Säulen im Raum standen, waren die Stühle sehr geschickt angeordnet, so dass von jedem Platz gute Sichtmöglichkeiten gegeben waren. Nun zeigte sich auch, was für einen tollen Platz ich ergattert hatte. Danach habe ich mir ein Bild vom Saal gemacht. Die Bühne stand etwas beengt in einer gerade so ausreichenden Nische, davor etwa 160 Stühle. Die erste Reihe war noch dichter an der Bühne, als in Plauen. Ich hätte direkt davor meine Beine nicht ausstrecken können. Eine sehr intime Atmosphäre. Da noch etwas Zeit war, begab ich mich wieder an den Merchandise-Stand um mit Marcel noch ein wenig zu schwatzen. Auch Schatten tauchte dort auf und begrüßte mich. Der Saal füllte sich. Es blieben nur wenige Plätze leer.

 

Die Show begann dieses Mal 15 Minuten später. Der Veranstalter wollte Gästen, die die Änderung der Örtlichkeit nicht mitbekommen hatten, die Chance geben, an den neuen Ort zu kommen. Ich sah QUASTER hinter der Bühne bereit stehen. Er sah mich auch und grüßte mich. Endlich begann die Musik zu spielen. „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er die Gäste. Im Saal war von der ersten Minute an eine fantastische Stimmung, es wurde gejubelt, geklatscht und auch zustimmend hineingerufen. Nun holte er seinen „Schatten“ auf die Bühne. Die Pausenhupe wurde aufgebaut und erläutert. Und Schatten moderierte munter drauf los. Immer wieder erfrischend sind die spontanen Bemerkungen von ihm, die immer wieder anders aber immer lustig sind. Es wurden die Jungendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Die erste Gitarre vorgestellt. Und dann intonierte QUASTER Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Zu diesem Titel wird immer „Gabi“ auf die Bühne geholt. Die Dame, die auf die Bühne gerufen wurde hieß Gabriele. Bei der Frage nach einer Gabi hatte sie sich nicht gemeldet, da sie Wert auf ihren vollständigen Namen legt. (Das erklärte sie mir später am Abend) Sie hat die Momente auf der Bühne aber sichtlich genossen. Mit diesem munteren Wechselspiel von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen sollten die Jahre bis 1969 beleuchtet werden. Dies wurde aber jäh durch Pausenhupe unterbrochen.

 

Das Programm ging, wie mir nun schon vertraut, weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden „Schatten“. Das Gespräch vor der Pause wurde fortgesetzt und anschließend die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberley, die auf der Videowand eingespielt wurde, war wieder dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam darboten. Dann gab es Besuch auf der Bühne. Carsten „Beathoven“ Mohren war es in Leipzig. Endlich konnte auch ich ihn erleben. Sein Auftritt begann musikalisch. Dann wurden einige Episoden seines (musikalischen) Werdegangs erzählt. Dabei durfte ich erfahren, dass ich als „gelernter“ DDR-Bürger gegen atomare Strahlung resistent bin. Diese Erfahrung gab Beathoven weiter, der am 26. April 1986 in der Nähe von Tschernobyl auf Tournee war und sich nach Rückkehr entsprechend untersuchen lassen wollte. Mit den Worten „Für DDR-Bürger besteht keine Gefahr.“ ist er an der Pforte der entsprechenden Einrichtung abgewiesen worden. Anschließend musizierten Beathoven und QUASTER gemeinsam die letzten Stücke der Show. Nach viel Beifall verließen Beathoven und Schatten die Bühne. QUASTER blieb allein zurück und gab mit „Stolz“ noch eine Zugabe. Als Abschluss standen neben den drei Akteuren auch die Techniker zur Verabschiedung mit auf der Bühne. Nach mehrfachem Verbeugen verließen alle die Bühne. Die Show war zu Ende. Der Abend aber noch nicht. Das Publikum machte sich auf, den Saal zu verlassen und sich am Merchandise-Stand zum Autogramm und Foto „einsammeln“ zu begeben.

 

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum fünften Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders. Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Es sollen wohl auch einige Pannen passiert sein, die der unbedarfte Zuschauer aber gar nicht bemerkt. Diese Kleinigkeiten machen es aber eben aus! Für mich gab es neue Bilder und einen anderen Gast als größte Änderung in der Show.

 

Ich machte mich gemeinsam mit dem thüringischen Fan auf dem Weg zum Auto. Wie der Zufall es wollte standen wir auch hier dicht beieinander. Er nur auf der anderen Straßenseite. Wir verabschiedeten uns voneinander und machten uns auf den Heimweg durch die dunkle nasse Nacht. Nach gut 90 Minuten Fahrt war ich wieder zu Hause. 

 

Alle Termine der Tour gibt es übrigens hier: www.quaster.de

Bericht: Hans-Christoph Götze   |   Fotos: Hans-Christoph Götze, Manfred Petzold