Festhalle Plauen

Als ich Anfang des Jahres mein „musikalisches“ Programm für 2016 zusammenstellte, hatte ich auch QUASTERs Show mit auf dem Plan. Ich entschied mich für seinen Auftritt in Crimmitschau am 1. Oktober. Das sollte ursprünglich der einzige Termin sein. Dass ich vorher noch nach Jonsdorf und Bad Elster fahren würde, habe ich mir zu dem Zeitpunkt nicht träumen lassen. Plauen hatte ich gestrichen, da an dem Tag eine Geburtstagsfeier zu erwarten war. Als diese dann aber auf den Freitag gelegt wurde, habe ich mir sofort noch eine Karte besorgt.

Die zwei Wochen seit Crimmitschau waren endlich vorbei. Freitag ging es ins Hessische zu der Geburtstagsfeier. Die ging bis spät in die Nacht. Diese war dann kurz, da es früh noch ein Abschiedstreffen gab. Zur Kaffeezeit waren wir wieder zu Hause. Kurz vor 18 Uhr habe ich mich dann auf den Weg nach Plauen gemacht. Parkplätze in ausreichender Anzahl befanden sich rings um die Festhalle. Ich suchte mir einen in der Nähe des Eingangs. Dieser lag unmittelbar am Bühneneingang, an dem ich vorbeifahren musste. Dort stand die „Promischar“. Ich parkte mein Auto zwischen dem Technik-Transporter und dem Auto von Peter Rasym. Dahinter stand ein weiteres, mir bekanntes Fan-Fahrzeug. Dessen Fahrer, einen thüringischer Fan, konnte ich dann auch gleich begrüßen. Als ich dann vom Auto in Richtung Festhalle ging wurde ich von der am Bühneneingang stehenden Schar entdeckt und lautstark begrüßt. Ich ging zu der Runde um die Begrüßung noch ordentlich mit Handschlag zu besiegeln. Neben QUASTER mit seinem Schatten und Peter Rasym als Gast war auch noch Peters Frau dabei. Der thüringische Fan hat sich natürlich auch dazu gesellt. Da ich recht zeitig da war, hatten wir noch Zeit für einige schöne Gespräche. Kurz vor 19 Uhr verließen die Fans die Runde und gingen zum Eingang.

Das Theater selbst ist ein moderner Zweckbau. Wir mussten noch wenige Minuten warten. Einlass war pünktlich 19 Uhr. Uns erwartete eine ausgesprochen angenehme Security! Alles freundlich und in Ruhe mit netten Worten und kleinen Späßchen. So etwas erlebt man ganz selten. Den Weg nach oben konnte man nicht übersehen. Die Treppe führte direkt auf die Bar zu. Zu dem Sälen ging es mit „Abteilung kehrt“. Man hatte es eilig, war doch freie Platzwahl im Saal und man will ja nicht ganz hinten sitzen. Der Vorwärtsdrang, vorbei am Merchandise-Stand, wurde an der Tür zum kleinen Saal durch einen freundlichen Security (übrigens alle chic in Anzug) jäh gestoppt. Hier machen wir erst halb acht auf. Gut, nicht das Problem. Wir zwei Fans teilten uns in die Platzhalterrolle rein. Einer stand immer vor der Tür, der andere konnte sich mit Verpflegung oder Merchandise eindecken oder nach Flyern usw. Ausschau halten. Oder wir haben uns unterhalten. Als ich mir einen Happen zu essen und ein Bier geholt hatte, ging auf einmal das Licht aus. Panik? Keine! An der Bar brannte einzig noch ein bisschen Licht. Die Haustechniker waren etwas in Aufregung, die sich aber bald wieder legte. Ursache? Jemand wollte ein Außenlicht einschalten und hat den falschen Schalter erwischt. Das Licht war auch innerhalb einer Minute wieder an. So verging die Zeit recht schnell. Pünktlich wurde der Saal geöffnet. Strategisch günstig positioniert gelang uns natürlich der Sturm in die erste Reihe. Als die Plätze gesichert waren, habe ich mir ein Bild vom Saal gemacht. Die Bühne stand hier recht frei im Raum, davor etwa 150 Stühle. Die erste Reihe war relativ dicht an der Bühne, die auch nicht sehr hoch war. Eine doch recht intime Atmosphäre. So dicht dran war ich bei noch keiner Show. Der Saal füllte sich. Es blieben nur wenige Plätze leer.

Pünktlich begann die Musik zu spielen. „Ich bereue nichts“ und QUASTER betrat singend und Gitarre spielend die Bühne. Nach der ersten Strophe begrüßte er die Gäste, der Saal war in seinen Bann gezogen, jubelte und klatschte. Nun holte Quaster seinen „Schatten“ auf die Bühne. Dieser erklärte, dass es dieses Mal ein paar Änderungen geben wird, da ein „Wiederholungstäter“ zum vierten Mal in der ersten Reihe sitzt. „Der soll ja auch noch ein fünftes Mal kommen.“. Die Pausenhupe wurde aufgebaut und erläutert. Und Schatten moderierte munter drauf los. Immer wieder erfrischend sind die spontanen Bemerkungen von ihm, die immer wieder anders aber immer lustig sind. Es wurden die Jungendjahre und ersten musikalischen Schritte von QUASTER beleuchtet. Die erste Gitarre vorgestellt. Und dann intonierte QUASTER Songs aus dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Lied, das er zu Geburtstagen in seiner Verkehrsbauzeichner-Klasse gesungen hat. Zu diesem Titel wird immer „Gabi“ auf die Bühne geholt. Die Dame, die auf die Bühne kommt, wird ggf. umgetauft. So war es auch dieses Mal. Die auserwählte des Abends war gut drauf und hat die Momente auf der Bühne sichtlich genossen. Mit diesem munteren Wechselspiel von Gespräch und Gesang und eben solchen Einlagen sollten die Jahre bis 1969 beleuchtet werden. Dies wurde aber jäh durch Pausenhupe unterbrochen.

Das Programm ging weiter mit einem schlafwandlerisch auf einer Theremien musizierenden „Schatten“. Neben der Theremien spielt „Schatten“ während der Show aber auch noch die Stompbox (Fuß-Drum), Mundharmonika, Flöte, Maultrommel und Shaker – ein wahres Multitalent. Das Gespräch vor der Pause wurde fortgesetzt und anschließend die Jahre mit den PUHDYS und die Frauen und Kinder von QUASTER angesprochen. Immer wieder aufgelockert durch musikalische Beiträge. Auch ein Duett mit Kimberley, die auf der Videowand eingespielt wurde, war dabei. Natürlich war es „All diese Jahre“, was Vater und Tochter gemeinsam darboten. Dann gab es Besuch auf der Bühne. Ein langjähriger Bandkollege und Freund von QUASTER kam auf die Bühne. Peter Rasym, der nicht mehr BIMBO heißen möchte. Einige Episoden vom musikalischen Werdegang von Peter wurden nun erzählt und Peter und QUASTER musizierten gemeinsam die letzten Stücke der Show. Nach viel Beifall verließen Peter und Schatten die Bühne. QUASTER blieb allein zurück und gab mit „Stolz“ noch eine Zugabe. Als Abschluss standen neben den drei Akteuren auch die Techniker zur Verabschiedung mit auf der Bühne. Nach mehrfachem Verbeugen verließen alle die Bühne. Die Show war zu Ende. Der Abend aber noch nicht. Als das Publikum sich aufmachte, den Saal zu verlassen und sich am Merchandise-Stand zum Autogramm und Foto „einsammeln“ zu begeben, hörte ich aus den Reihen hinter uns mehrfach „War das ein schöner Abend!“ oder „War das toll!“. Ganz meine Meinung, ich wäre sonst ja auch nicht zum vierten Mal dort gewesen.

Nach einer kurzen Pause kamen QUASTER und Peter an den Merchandise-Stand und gaben Autogramme und standen für Fotos zur Verfügung. Auf ein Foto habe ich dieses Mal verzichtet, dafür habe ich auch Autogramme von „Schatten“ eingefangen. Als keine Autogramme mehr zu geben waren und alle Fotos im Kasten waren, war immer noch nicht Schluss. Nur Peter machte sich aus dem Staub, da er noch nach Hause fahren wollte. Ein paar Fans (darunter der Thüringer und ich) standen mit QUASTER und „Schatten“ bei einem Bierchen noch beisammen. Der Reporter der Freien Presse, der mittlerweile einen schönen Artikel geschrieben hat, gesellte sich mit vielen Fragen auch dazu. Viel Interessantes wurde noch gesprochen. Gegen Mitternacht wurden dann die Securities unruhig, sagten aber kein Wort sondern harrten geduldig aus. Ein großes Lob an dieser Stelle zum wiederholten Mal! Um diesen netten Herren auch einen Feierabend zu ermöglichen, verabschiedeten wir uns um Mitternacht auch mit den Worten „Sonst ketten die uns noch an und schließen uns ein.“ voneinander. Der wunderschöne Abend war nun endgültig zu Ende. Mit freundlichen Worten der netten Securities wurden wir in die Nacht entlassen.

„Ich bereue nichts“, die Show schon zum vierten Mal gesehen zu haben. Sie ist einfach klasse! Und auch jedes Mal etwas anders. Einige Wortspiele auf der Bühne entstehen aus der Situation. Es sollen wohl auch einige Pannen passiert sein, die der unbedarfte Zuschauer aber gar nicht bemerkt. Diese Kleinigkeiten machen es aber eben aus!

Auf dem Parkplatz verabschiedete ich mich noch vom thüringischen Fan. Zwischen unseren beiden Autos war ja inzwischen Platz. Peter war ja schon gefahren. Wir machten uns auf den Heimweg durch die dunkle Nacht. Nach 45 Minuten Fahrt war ich wieder zu Hause.

 

Alle Termine der Tour gibt es übrigens hier: www.quaster.de

Bericht: Hans-Christoph Götze   |   Fotos: Hans-Christoph Götze